Gianluigi Trovesi & Gianni Coscia

round about weill – proudly presented by psd bank regensburg

Datum: Donnerstag  05.  Mai  2005  um 20.30 Uhr
Veranstaltungsort:Leerer Beutel
Veranstalter:Jazzclub Regensburg e.V.
Abendkasse:16.00 €
Vorverkauf:14.00 €
Ermässigung:12.50 €
Schüler & Studenten:8.00 €

Gianluigi Trovesi – acc | Gianni Coscia – cl

Der große Umberto Eco, der Schöpfer von „Der Name der Rose“, hat durch Gianni Coscia den Jazz

für sich entdeckt. Coscia hatte damals begonnen, sein Akkordeon von den Tanzlokalen weg in die

im Nachkriegsitalien nur schwer vorstellbare Welt der Freudenhäuser von New Orleans zu führen

– natürlich rein musikalisch versteht sich. Aus dieser Zeit stammt auch die Verbindung von Coscia mit

dem Klarinettisten Gianluigi Trovesi, und beide wiederum hat Umberto Eco auf ihrem Weg zu jenem

Traumduo, das sie heute sind, mal mehr, mal weniger intensiv begleitet. Das Wurzelwerk der italienischen

Musik wurde da durchforstet und in Jazz transformiert, das Einfache und Eingängige ging mit

dem Komplexen und Sperrigen eine wundervolle Verbindung ein. Dennoch war der Literat Eco reichlich

überrascht, als er davon erfuhr, dass Coscia und Trovesi ausgerechnet ein Projekt mit der Musik des

so eng mit Bertold Brecht verbundenen Kurt Weill auf die Beine stellen wollten. Ja, er fürchtete sogar,

wie er schreibt, „um ihre musikalische Gesundheit“. Dazu bestand und besteht freilich kein Anlass.

„Round about Weill“, vor kurzem als CD erschienen, hat Eco mehr als beeindruckt. Und so konstatiert

er, dass „unsere beiden Themen-Vagabunden dem expressionistischen Sarkasmus Weills gerade dann

am nächsten stehen, wenn sie waghalsige und beunruhigende Variationen über ‚La Cumparsita’ und

‚Bruder Jakob’ erfinden, ohne sich zu scheuen, gegen die guten Dur- und Moll-Regeln zu verstoßen“. Es

sei ein Weill, „erlebt wie in einem musikalischen Halbschlaf, beherrscht von einem (fast träumerischen)

Prinzip der Ansteckung, in dem er sich mit anderen Inspirationsquellen mischt und es bisweilen sogar

zulässt, in einen Bewohner der Poebene, ja des Monferrato verwandelt zu werden“. Wie sich das dann

anhört, werden Sie erleben!